Ernst des Lebens-Stöckchen

Ja ich habe mal wieder ein Stöckchen ausgegraben, und zwar ein sehr sehr ernstes, nämlich einiges was mit dem Tod und dem Sterben in Zusammenhang steht. Aber da Stöckchen ja nicht immer lustig sein müssen und man ja auch bei fast jedem Stöckchen etwas Neues vom dem Mitnehmenden erfährt, bin ich sehr gespannt, wer oder ob sich überhaupt jemand traut DIESES mitzunehmen. Hier kommen die Fragen (fett) und darunter meine ganz persönlichen Antworten.

 

1. Hast Du Angst vor dem Tod?

Die übliche Antwort bei dieser Frage ist immer, nein, nicht vor dem Tod, sondern vor dem Sterben. Was ja schon auf Frage zwei hinzielt. Vor dem Tod selber habe ich keine Angst, wir alle müssen irgendwann einmal gehen, das ist so und wird sich auch nie ändern. Tröstlich ist, daß es jeden trifft und sich keiner das Leben kaufen kann.

2. Hast Du Angst vor dem Sterben?

Ja schon ein wenig, weil man (eigentlich Gott sei Dank) nicht weiß wie es sein wird. Wenn man wüßte, das es kurz und schmerzlos ist, hätte man bestimmt auch weniger Angst davor. Wer wünscht sich nicht, sich abends hinzulegen und einfach nicht mehr wach zu werden? Leider geht dieser Wunsch in den wenigsten Fällen in Erfüllung.

3. Würdest Du der Sterbehilfe zustimmen, wenn sie erlaubt wäre in Deutschland?

Ja, ja und nochmal ja. Wenn man mitbekommt wie manche Menschen dahinsiechen und leiden müssen ohne Ende, kann man nur dafür sein. Natürlich nur unter bestimmten Kriterien.

4. Hast Du schon einmal über Organspende nach gedacht?

Ich habe seit über 20 Jahren einen Organspendeausweis. (Übrigens hat meine Mum (87) letzte Woche von ihrer KK Post bekommen ob sie nicht Organspender werden will) 😉

5. Kannst Du verstehen, wenn Menschen Selbstmordgedanken hegen?

Jein. Eigentlich nicht, den Selbstmord ist für mich Feigheit. Wenn man allerdings sterbenskrank ist und absolut keine Hoffnung mehr besteht, dann vielleicht …

6. Würdest Du gerne zu Hause im Kreis deiner Familie sterben, wenn das möglich wäre?

Ja

7. Wie würde Deine Beerdigung aussehen? Hast oder würdest Du sie testamentarisch festlegen?

Schlicht und einfach, und nein ich habe sie testamentaisch nicht festgelegt, habe allerdings Jürgen mal gesagt, was ich mir wünsche

8. See-, Feuer-, oder Erdbestattung?

Na was wohl?

9. Welches Lied würde bei deiner Beerdigung gespielt?

Auld lang Syne

10. Kommt für Dich ein Anonymes, Teilanonymes oder eine Friedwald – Grabstätte in Frage?

Da wir, wenn wir mal gehen müßen, absolut niemanden mehr haben, denke ich schon daß eines der drei Sachen eine gute Idee wäre, über die man jetzt schon mal nachdenken könnte

11. Würdest Du wollen das deine Angehörigen ewig schwarz tragen zum Zeichen der Trauer?

Nein, denn schwarz tragen bei einem Trauerfall ist doch nur für die anderen. Man trauert doch nicht mehr, nur wenn man dunkel gekleidet ist. Klar habe ich auch bei der Beerdigung meines Dads schwarz getragen, aber nur an dem Tag.

12. Glaubst Du an ein Leben nach dem Tod?

Nein

13. Was passiert wenn Du gestorben bist?

Dann bin ich tot. Nein, im Ernst, wenn ich tot bin werde ich auf irgendeine Art begraben und das wars.

14. Glaubst Du an Wiedergeburt?

Nein

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18 Kommentare zu „Ernst des Lebens-Stöckchen

  1. Auf meiner Beerdigung singt Frank Sinatra “ My Way. “ Keiner trägt schwarz und wenn du mich besuchen willst. Besser vorher anmelden. Sonst liegt da ein Zettel auf dem steht. “ Bin drei Gräber weiter bei Frau Reiter“ . Dir noch einen schönen Abend. L.G.L.

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    1. Hallo Ludger,

      jetzt hab ich wirklich fast gedacht, deine Antwort wäre echt gewesen, bis ich bei Frau Reiter ankam 🙂
      Dir auch einen schönen Abend, ach ja, My way ist eines meiner Lieblingslieder und das könnte ich mir wirklich auch für meine Beerdigung vorstellen, wenn ich nicht schon ein Lied hätte.

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  2. Das Stöckchen hätte gut in den November gepasst, wo doch da die ganzen Sonntage … nun, du hast es jetzt geblogt und ich habe es direkt kopiert und beantwortet und es ist auch online, ich hab geguckt ;-).
    Ja ein sehr ernstes Thema und trotzdem finde ich es gut. Man muss auch solche Sachen mal beschnacken, nützt ja nichts…
    Wie immer ziemlich auffällige Antworten 😉

    Liebe Grüsse zum Schwesterlein ♥
    kkk

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    1. Mein liebes „Schwesterchen“, ich hatte ehrlich gesagt nichts anderes erwartet 🙂
      Daß du dir allerdings bei ein paar Dingen keine Gedanken gemacht hast, bzw. es verdrängst, nun, ändern können wir alle nix dran, es passiert ob wir wollen oder nicht. Und dann doch lieber vorher darüber reden und einiges klären. Was ich so toll finde, ich kann da mit meiner Mum so drüber reden als wenn wir übers Backen reden. Und wir machen auch unsere Späßkes darüber.
      Danke das du es mitgenommen und beantwortet hast. Und da ich ja letzte WOche schon Weihnachten hatte, dachte ich kann ich das auch schon mal bringen.

      Bis denne
      LG Doro

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  3. Wirklich Angst vorm Sterben habe ich nicht.
    Aber ich würde Sterbehilfe im Fall des Falles in Anspruch nehmen wollen.
    Und wir wollen uns anonym beerdigen lassen oder aber im Friedwald.
    Denn unsere Tochter wohnt so weit weg, wir wollen sie nicht damit belasten.

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  4. deine antworten kommen meinen sehr nahe. ein berührendes, wenn auch schwieriges stöckchen.
    ich hoffe, dass ich es vorher nicht weiß, sondern es einfach schnell geht und zack. und dass ich damit noch viel zeit habe. wie alle anderen menschen, die mir wichtig sind.

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  5. Ich bin über Oceans Blog zu Ihnen gekommen. Das Thema ist ein Thema das uns alle irgendwann einmal beschäftigt. Als älterer Herr tue ich das auch – zumindest hin und wieder. Ich habe für mich beschlossen anonym bestattet zu werden. Kinder und andere Angehörige gibt es nicht. An eine Urnenbestattung habe ich schon einmal gedacht. Jedoch den Gedanken darüber verworfen. Leiden möchte ich auch nicht über eine lange Zeit. Eine Organspende kommt für mich nicht in Frage, hier wurden zu viele „Schweinereien“ aufgedeckt… Außerdem geht es hier in erster Linie um Geld und nicht um Hilfe.
    Ich versuche als Christ zu leben, das bedeutet aber nicht: jeden Sonntag in die Kirche zu rennen…
    Wir haben in unserem Leben das Thema Verwandlung immer wieder vor unseren Augen, trotzdem wollen wir es NICHT akzeptieren. Bäume blühen, Blätter fallen. Jahreszeiten kommen und gehen. Der Bauer gibt ein Getreidekorn in die Erde damit eine Pflanze daraus wachsen kann. Zur Vollkommenheit des Lebens gehört der Tod, schreibt der ehemalige Mönch Willigis Jäger in seinem Buch: „Suche nach dem Sinn des Lebens“.
    Es ist unser EGO das nach einem ewigen Leben ruft.. Stirb und werde, heißt es in der Schöpfungsordnung.

    Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit.

    Salut
    Helmut

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