SENIORENHEIM?

Momentan beschäftigt mich aus gegebenem Anlass das Thema Seniorenheim. Wie Ihr wißt, ist meine Mum ja gefallen und hat sich den Arm gebrochen und nun geht mir tagtäglich (und auch nachts) der Gedanke durch den Kopf, was wird in drei Wochen sein, wenn die Kurzzeitpflege abgelaufen ist? Was wird, wenn sie den Gips ab hat und wieder zuhause ist? Wie lange geht es gut, bis wieder was passiert, bis sie vielleicht wieder fällt? Ja sie wohnt direkt mir gegenüber, aber ich kann auch nicht immer da sein, ich bin noch berufstätig und  ich habe einen (nicht gesunden) Ehemann und einen Haushalt.

Ich denke ich muß ein wenig ausführlicher schreiben was ich meine, denn ich erhoffe mir von Euch, wenn Ihr vielleicht diese Situation kennt, ein wenig Hilfe bzw.Informationen.

Also, meine Mum hat in den letzten Wochen extrem abgebaut, sie kommt bzw. kam mit ihrem Rollator gerade noch alleine zum Klo (auf dem Rückweg von eben diesem ist der Sturz passiert). Anziehen morgens brauchte sie so 45 Minuten, deshalb hatten wir das vor kurzem mit in die Pflege gegeben, ebenso wie Frühstück und Abendbrot machen. Die Tage seit dem Sturz bis zur Kurzzeitpflege wurde sie auch abends ausgezogen.

Sie hat kein Interesse mehr an dem was sie bisher getan hat. Da sie kaum noch laufen kann, hat sie halt viel ferngesehen, was ich auch in Ordnung finde. Also der Fernseher läuft den ganzen Tag, ohne Ton meistens, und abends am 19 Uhr hat sie immer geschaut. Einige Sendungen haben wir anschließend immer „diskutiert“, solche Trash-Sendungen wie Bauer sucht Frau, der Bachelor, Lets Dance und sie ist von Anfang an ein ganz großer Dschungel-Fan gewesen ( dazu kriegt mich allerdings keiner!!!). Wenn ich heute mal frage, wie fandest du denn……. kommt ein: Ach war das? Hab ich nicht gesehen. Sie hat bis vor kurzem ihre Zeitschriften gelesen, die ich ihr einmal wöchentlich brachte, heute werden sie weggeworfen so wie ich sie ihr mitbringe. Und ihr Hobby Socken Stricken, gut das geht ja nun mit nem Gipsarm nicht, aber ob da noch Interesse besteht? Ich weiß es nicht 😦

Sie vergisst viel in den letzten Monaten, nicht so das sie sich gar nicht erinnert, aber momentan ist es schon vermehrt. Klar muß man immer berücksichtigen, daß sie in drei Wochen 88 wird, oder rede ich mir das jetzt einfach gut? Sie nimmt natürlich hochgradig Schmerzmedikamente, morgens und abends ein Mo.phi.m Präparat, dazwischen 3x täglich normale Schmerztabletten und pro Tag dann noch 10 mg Cortison. Aber diese Medis nimmt sie aber schon länger als es so extrem mit ihr ist. (Diese starken Medikamente bekommt sie weil sie in beiden Knien eine ausgeprägte Athrose hat wo leider nichts mehr zu machen ist)

Jedenfalls ist es so, daß sie so gut wie gar nichts mehr machen kann, Sprudelwasserflaschen aufmachen, Medikamente aus den Blistern drücken, Frühstück Mittagessen oder Abendbrot machen, geht gar nicht mehr, denn länger als ein bis zwei Minuten stehen, da wackelt sie so sehr daß sie wieder Angst hat, zu fallen. Deswegen hat sie als Mittagessen dreimal die Woche Essen auf Rädern, einmal ein Fertiggericht und der Rest ist durch uns gelöst. Essen auf Rädern sowie die Fertiggerichte haben aber eine Folie obendrauf, die abgezogen werden muß, was sie nicht kann, weil die Kraft in den Händen fehlt.

Bisher war es so daß sie sich immer auf unseren Mittwoch, unseren Muttertag, gefreut hat. Quatschen und vor allem Baden. Wie oft hat sie das in den letzten Monaten aufgeschoben? Ach, Baden tu ich dann nächste Woche. Die Körperpflege leidet da nicht drunter, da die Pflege ihr auch beim Waschen hilft. Aber es hat ihr halt immer sehr viel Spaß gemacht.

Nun komme ich aber zum Thema.

Jetzt wo sie in der Kurzzeitpflege ist, habe ich mir schon mal Unterlagen von zwei anderen Seniorenheimen angefordert. Sieht alles ganz toll aus, da ich in beiden schon mal kurz drin war, weiß ich, es ist wirklich so. Nur duch die Aufstellungen der Kosten steige ich absolut nicht durch.

Einmal steht da, wieviel das Appartment, also ein etwas größeres Zimmer mit Bad kostet. Darin enthalten sind das Mittagessen, einmal die Woche putzen des Zimmers und diverse andere Sachen. Dazu kommt dann als Extrakosten monatlich Frühstück und Abendessen (wenn man nicht in der Gemeinschaft essen will, pro Mahlzeit dann 2 Euro fürs Bringen, was dann 6 Euro pro Tag und pro Monat 180 Euro wären) Telefonanschluss, Wäsche waschen pro Waschgang, und extra Hilfe pro 15 Minuten 6 Euro.  Wir kämen da auf einen Betrag jenseits von Gut und Böse.

Allerdings weiß ich nicht, wie das mit der Pflegekasse verrechnet wird. Meine Mutter hat Pflegestufe 1 und bekommt momentan, da wir Kombileistung haben, vierhundertsoundsoviel Euro. Ohne Kombileistung wäre der Betrag 235 Euro.

Jetzt ist bei den Seniorenheimen aber auch immer wieder die Rede von vollstationärer Pflege, da käme dann von der Pflegekasse bei Stufe eins 1032 Euro, was dann natürlich wieder eine ganz andere Berechnugnsgrundlage wäre. Und da verstehe ich den Unterschied nicht zwischen den 235 und den 1032 Euro.

Die Rente meiner Mutter würde ich zwar als gut bezeichnen, aber trotzdem müssten (nur mit den 235 Euro von der Pflegekasse) jeden Monat ein Teil, und zwar kein kleiner, aus Ersparnissen bestritten werden.

Und was ist danach, wenn das Geld aufgebraucht ist? Können sie an mich herantreten? Ich arbeite nur halbtags und dementsprechend ist natürlich auch mein Verdienst. Oder können sie auch an den Schwiegersohn herantreten oder gar an unsere Ersparnisse fürs Alter? Erwähnen sollte ich noch das ich das einzige Kind bin.

Hat jemand von Euch Erfahrungen mit solchen Dingen? Dann bitte ich Euch, sie mit mitzuteilen. Meine Emailadresse steht oben auf dieser Seite unter der Dünendenkerin, und da unter den Fotos, falls jemand Infos hat die er hier nicht öffentlich schreiben möchte.

Vorab schon mal ein Danke an Euch

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12 Kommentare zu „SENIORENHEIM?

  1. Zu der Kostenaufstellung kann ich nicht viel sagen.
    Soweit ich weiss, das müsste sich aber auch im Internet finden lassen, werden Schwiegerkinder nicht zu den Kosten herangezogen. Und eigene Kinder auch nur insoweit, als das sie ja selbst auch noch leben müssen. Das www sollte dazu aber einiges hergeben.

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  2. Liebe Doro,
    das ist wirklich ein komplexes Thema. Also zunächst einmal würde ich mich an die Pflegekasse wenden, damit die Pflegestufe neu geprüft wird. So wie du es schilderst, könntest du wirklich die Chance haben, Pflegestufe 2 durchzusetzen.
    Bei Pflegestufe 1 (hat mein Mann auch) gibt es 235 Euro Pflegegeld. Dann übernimmt der Angehörige die Pflege. 450 Euro gibt es bei Inanspruchnahme von Sachleistungen und teilweiser Unterstützung. Bei einer Unterbringung im Heim zahlt die Pflegekasse 1023 Euro. Das reicht jedoch nicht für die Unterbringung. Hinzu gezählt werden dann die Rente und sonstigen Einkünfte deiner Mutter. Reicht das immer noch nicht können Angehörige einen Antrag auf Pflegewohngelt und auf Leistungen Sozialhilfe stellen. Viele Ämter prüfen jedoch die Vermögensverhältnisse der Kinder. Hierbei zählt dein Einkommen. Wenn dein Nettoeinkommen den Betrag von 1400 Euro nicht übersteigt, kannst du nicht zur Zahlung herangezogen werden. Dieser Grenzwert verändert sich nach oben, wenn der Ehepartner kein eigenes Einkommen hat. Das ist dann die Grundsicherung (allerdings bin ich hier nicht so auf dem Laufenden, ob das immer noch der gültige Betrag ist). Vom dem Einkommen, was darüber liegt, wird i.d.R. ein prozentualer Anteil gefordert. Wie hoch dieser Anteil ist, hängt allerdings von der jeweiligen Stadt bzw. Gemeinde ab. Da gibt es wohl keine einheitliche Regelung.
    Soweit ich weiß, gibt es in den Pflegeheimen auch soziale Dienste, bei denen man sich beraten lassen kann. Die kennen sicherlich die Zahlen besser als ich.
    Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen.
    Liebe Grüße – Iris

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  3. Ich würde mich mal mit der Krankenkasse unterhalten. Pflegestufe 1 ist nicht das was deine Mutter braucht. Hier müßte eine neue Einstufung erfolgen. Mindestens Stufe 2. Dann würde ich mich mal über die Kostenübernahme mit denen unterhalten. Ich wünsche dir viel Erfolg. L.G.

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  4. Scheinbar bewahrheitet sich deine Vorahnung, wie schade.
    Erst mal alles Gute an deine Mom und sie soll viel trinken. Ältere Leute stellen gerne das Trinken ein. Sie trinken erst wenn sie Durst haben, das ist dann aber viel zu spät. Sie bekommen die Flaschen nicht auf und müssen halt auch häufiger das Getrunkene wieder weg bringen. Schlecht wenn man schlecht laufen kann und hier schliesst sich ein übler Kreislauf auch schon.
    Dennoch muss man daran unbedingt arbeiten.

    Zur Pflege kann ich dir so gar nichts raten, da muss ich mich selber mal schlau machen. Aber hier ist bestimmt der ein oder andere der dir weiter helfen kann, ansonsten lass dich bei der KK beraten.

    Ansonsten, Mach dich nicht verrückt ♥
    Leicht getan, schwer getan. Ich weiss.
    Alles Liebe kkk

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  5. Hallo Doro,
    Bei uns gibt es Tagesbetreuung für Senioren.
    Dort sind die Senioren von morgens bis abends und werden tagsüber von Fachpersonal betreut und beköstigt. Dort wird auch drauf geachtet, dass die Menschen genug trinken.
    Falls Deine Mutter dement sein sollte bitte beim MDK angeben. Dann stehen weitere Betreuungsgelder zur Verfügung.

    Sonst kann ich leider keine Hinweise geben.

    Alles Gute für Euch und Eure Mutter.

    Gruß Christel

    In der Wohnung der Mutter ablle losen Teppiche entfernen, die eine Unfallgefahr darstellen.

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  6. So, wie ich das sehe, ist Deine Mutter keine Kandidatin für Pflegestufe II, denn „nur“ nicht mit allem zurechtkommen reicht für eine Pflegestufenerhöhung nicht aus. Das macht aber garnichts. Denn mit der Erhöhung der Pflegestufe gehen direkt auch die Heimkosten in die Höhe – meist um den Pflegestufenbetrag.
    Schwiegerkinder werden zum Unterhalt der Schwiegermutter nicht hinzugezogen. Kinder dann, wenn das Einkommen eine bestimmte Summe überschreitet.
    Auskünfte darüber holst Du Dir am besten im (in Rheinland-Pfalz heißt es) Amt für Soziales, Jugend und Versorgung. Da wurden ein paar Ämter unter einem Dach vereint, früher hieß dieses Amt „Landessozialamt“ (nicht zu verwechseln mit dem Sozialamt).

    Vielleicht erfüllt Deine Mutter die Voraussetzungen für die Einstufung in §87 b? Da stellt die Pflegekasse, neben dem Pflegegeld, noch 120 Euro monatlich zur Verfügung.

    Zur Kombileistung:
    Ein zugelassener Pflegedienst bekäme für die Pflege 450 Euro. Wird die Summe nicht vollständig verbraucht, wird der Rest auf „Pflegen ohne Pflegedienst“ umgerechnet und der Versicherten aufs Konto gutgeschrieben. Wird ohne Pflegedienst gepflegt, dann liegt das Pflegegeld bei 235 Euro.

    Die Heimunterbringungskosten werden mit der Pflegeversicherung, den Krankenkassen, den Sozialhilfeträgern usw. verhandelt und setzen sich in der Regel wie folgt zusammen:
    Kosten für die Pflege nach Pflegestufe, Verpflegung, Investitionskosten, Ausbildungsumlage, Unterkunft.

    Ganz wichtig: Geh bei der Suche nach einer geeigneten Einrichtung nicht nur nach dem, was Du selbst als „schön fürs Auge“ empfindest. Erkundige Dich, wie der Personalschlüssel ist. Wieviele Nachtwachen sind zuständig? Laß Dich durch die Häuser führen, auch über die Pflegestationen, und halt die Augen offen. Frag nach, was in der Beschäftigung angeboten wird.
    Geh am besten zu einer Zeit in die Heime, wo es „etwas stressig“ ist. Vielleicht gegen halb 12 Uhr, wenn die Essenszeit beginnt. Oder auch am Nachmittag. Sind die Stationen am Nachmittag menschenleer – dann liegen die Bewohner vielleicht schon in den Betten? Sind die Aufenthaltsräume morgens leer, oder sitzen viele Bewohner zusammen und werden irgendwie beschäftigt?
    Vereinbare vielleicht erst einmal ein Probewohnen.

    Alles Gute bei der Suche nach dem für Euch Richtigen.
    LG

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  7. Hallo, ich stimme widder 49 zu. Ähnliches wollte ich auch schreiben.
    Vielleicht würde ich auch mal einen “ Demenztest“ machen lassen – weil du schreibst, dass deine Mutti sehr vergesslich wird, und auch das Interesse verliert. Da käme dann tatsächlich § 87b ins Spiel.

    Was Heime betrifft, so bin ich selbst ein absoluter Gegner davon. Es gibt ein paar wirklich, wirklich gute – aber die Meisten, sorry, die glänzen nur nach aussen.
    Deshalb finde ich die Tipps von widder49 sehr hilfreich. Wie sieht das Essen aus? Ist es für alle gleich? Wird im Haus gekocht, oder ist es Fertigküche? Wie verhalten sich die anderen Bewohner? Ist es unruhig im Heim? Wie gehen die Pflegekräfte mit den Bewohnern um, wenn der Alltagsstress läuft. Sitzen die Bewohner nach dem Frühstück allein gelassen herum, oder wird sich um jeden gekümmert? ( Was dank der Einsparungen in der Pflege fast unmöglich ist).
    Werden die Bewohner ruhig gestellt und ins Bett zum schlafen gelegt? All das bekommt man als Aussenstehender nicht mit.

    Du schreibst, dass Deine Mutter schon Pflege bekommt. Ist das von einem ambulanten Pflegeservice? Diese schalten normalerweise, wenn sie merken, dass die Pflegeperson sich verändert. Und normalerweise können sie dich auch beraten, was man als Nächstes tun kann.

    http://www.bmg.bund.de/pflege/pflegeberatung.html
    http://gesundheits-und-pflegeberatung.de

    Alles Gute!

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  8. Ich kann dir leider, leider da überhaupt nicht weiterhelfen. Aber ich bin auch der Meinung, du solltest dich im Internet umsehen, dich bei der zuständigen Kasse erkundigen, und vielleicht mal so etwas wie Probewohnen für deine Mutter in diversen Heimen organisieren, meistens ist das ohne große Umstände möglich. Und – so weit als möglich – den Versuch wagen, mit Angehörigen von Bewohnern diverser Heime ins Gespräch zu kommen…
    Deiner Mutter alles Gute!
    Herzliche Grüße!

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  9. Liebe Doro, wie sieht es aus an der Mum-Front? Gib uns doch mal ein update, wenn Du es zeitlich schaffst. Ich denk an Dich/Euch und drücke feste die Däumchen, dass alles gut geregelt wird. LG Elke

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