3 lange Jahre (und 14)

ist es nun schon her, seit ich zum letzten Mal deine Hand halten und dein Gesicht streicheln konnte, und es ist so viel passiert in dieser Zeit. Dieses Mal, wenn ihr runterschaut morgen abend um 20 Uhr müsst ihr ein bisschen weiter weg schauen, so ca. 230 km weit von Essen, denn wir sind jetzt seit Februar zugereiste Ostfriesen. Es hat uns nicht ganz dahin getrieben wo wir hin wollten, aber doch hoch in den Norden.

Es würde euch gefallen, wir haben unsere Traumwohnung gefunden, fühlen uns darin richtig wohl, und der Rest? ….. ist Schweigen.

Oft zwischendurch sehe ich ein Bild, höre ein Lied, sehe einen Beitrag im Fernsehen und alle Erinnerungen an die Zeit bevor du, Mama gehen musstest, sind wieder da. Und heute, nach fast drei Jahren wo ich nicht viel um dich weinen konnte, fliessen dann auch die Tränen. Immer und immer wieder 😦

Bis heute warte ich übrigens auf das Zeichen, daß du mir geben wolltest, wenn es „da oben“ etwas gibt. Ich konnte bisher noch keins erkennen, aber ich habe mal nachgelesen im Internet, weil ich doch das das ganze erste Jahr von dir geträumt habe, Nacht für Nacht für Nacht, es verging keine einzige, wo ich nicht von dir träumte. Und es heisst, daß auch das ein Zeichen ist, wenn man denjenigen, der gegangen ist, im Traum sieht. Das war so schön, es war nicht nur die letzte Zeit,es war teilweise aus der Zeit meiner Kindheit, meiner Jugend, noch mit Papa und Oma, es war im Heim, im Krankenhaus, in deiner Wohnung. Doch nach gut einem Jahr hörten diese täglichen Träume einfach auf.

Dieses Jahr ist es ganz besonders schlimm, ich durchlebe seit gestern deine letzten Tage wieder, wie die Tage Stunde für Stunde gewesen sind und immer wieder kommen die Tränen. Was sagte Jürgen eben zu mir als wir darüber sprachen? Papa ist doch auch an diesem Tag gegangen, davon sprichst du gar nicht. Und er hat recht, aber es ist anscheinend, weil ich die letzen 11 Jahre bevor Mama ihm folgte, mit ihr so eng zusammen war. Was nicht heisst daß ich meinen Paps nicht vermisse. Mittlerweile bin ich ja selbst über 60 und jetzt schon mit den Wehwehchen die sie auch hatte behaftet,  leider 20-25 Jahre zu früh. Mama, das hättest du mir nicht vererben müssen, daß ich all das was du hattest, nun auch bekomme, oder hättest die Gene vielleicht so an mich weitergeben können, daß es erst mit 80 oder so anfängt? Kleiner Scherz, das musste sein, eben weil es gestern und heute so traurig ist.

Und nun morgen abend um 20 Uhr bitte Richtung ORF schauen, da wohnen wir jetzt, haben eine riesengroße Terrasse, wir machen auch Licht draussen an, dann seht ihr uns besser, ja?

Hab Euch zwei beide da oben ganz doll lieb und vermiss euch immer noch, immer wieder, immer mehr ♥♥♥♥

 

Trauerspruch261

 

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6 Kommentare zu „3 lange Jahre (und 14)

  1. Sehr berührende Zeilen, die ich nachempfinden kann. Träume viel zu oft von meinen beiden Männern da oben (Mann und Sohn) und frage mich immer wieder, warum ist das so. Die Natur hätte doch einen anderen Lösungweg finden können, nicht das immer einer traurig zurückbleibt.
    Genieße dein Leben, auch mit deinen Träumen.
    Herzliche Grüße Piri

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  2. So berührend und traurig! Kann ich sehr gut nachvollziehen, denn ich habe meine liebe Mutti auch in diesem Jahr erst verloren. Gerade jetzt im Herbst kommen die Gedanken wieder hoch. Ich war auch fast täglich mit ihr zusammen … es ist sehr schwer, auch wenn sie schon im 89. Lebensjahr stand und das Leben extrem mühsam war für sie … so gerne hätte ich sie noch behalten ….

    Herzliche Grüße, alles Liebe und Gute!
    Sara
    https://herz-und-leben.blogspot.com/

    PS: Mit meinem anderen Blog konnte ich hier leider nicht kommentieren, daher habe ich hierfür extra einen eigentlich stillgelegten Blog aktiviert.

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